Die letzten Mikromodule vor der Abnahme, das ePortfolio nach der Verschriftlichung dieses Konsultationsgesprächs auch (hoffentlich) bestanden und nur noch ein laufendes Projekt vor der Brust – dann heißt es: ran an die Master Thesis. Diese war auch der Schwerpunkt von besagtem zweiten Konsultationsgespräch mit Frau Prof. Dr. Goutrié. Zunächst sprachen wir jedoch über die bisherigen Aufgaben im ePortfolio. Da Frau Goutrié auf viele wegen eines Fehlers in WordPress nicht zugreifen konnte, beschränkte sich die Kritik jedoch zunächst auf die Buchbesprechung. Hier wies sie mich darauf hin, dass sie zwar meine geäußerte Kritik nachvollziehen könne, aber vieles auch noch zu beliebig klinge. Hier gilt es nun, noch Konkretisierungen vorzunehmen. Als ich Frau Goutrié erzählte, das mich dieses Buch dazu gebracht hatte, meine Master Thesis noch einmal thematisch leicht zu überdenken, gab sie mir den Tipp, mich beim Thema Augmented Reality einmal an den Kommilitonen Bernard Bettenhäuser zu wenden. Auch die drei Paper zum Thema, die ich in der kommentierten Literaturliste erwähnt und auf der Fahrt nach Magdeburg studiert hatte, waren für mich eine weitere Inspiration, mich dem Thema zu widmen. Daran anknüpfend sprachen wir über die meine Reflexion der Studienziele. Ich erklärte Frau Goutrié, dass ich vor allem meine Auswahl der Mikromodule noch einmal überdacht habe, um sie künftigen Anforderungen im Job anzupassen, äußerte jedoch auch Kritik, dass einige Module wie Channel Management leider gar nicht mehr aktuell sind, da sie kaum die jüngsten Entwicklungen im Bereich Social Media berücksichtigen. Diese Kritik sollte ich auch im Feedback zu den Modulen selbst äußern. Außerdem sprachen wir über die beruflichen Perspektiven in meiner Redaktion, wovon einiges zurzeit noch vertraulich ist, aber wofür ich dennoch die erworbenen Kompetenzen vor allem aus dem Management-Bereich benötige – sowie beispielsweise die Skills aus M5 – Teamentwicklung und Leadership. Ich erklärte Frau Goutrié auch, dass ich das Programmieren – auch wenn zeitweise mit viel Fluchen verbunden – doch für mich wiederentdeckt habe, aber auch, dass leider im beruflichen Alltag kaum Zeit für eine Umsetzung bleibt. Auch, dass ich in unserer Redaktion häufig von Kollegen konsultiert werde, wenn es um technische oder grafische Aufgaben geht, kam in unserer Unterhaltung zur Sprache. Denn ich bin jemand, der sich gerne auch mal ausprobiert, während viele Kollegen oft vermutlich Angst haben, etwas kaputt zu machen. Der Nachteil dabei ist, dass die Zeit, die ich in grafische Aufarbeitung stecke, von den Kollegen wieder im journalistischen Bereich aufgefangen werden muss. Neben vielen neuen Denkimpulsen war in meinem Fall vor allem das disziplinierte selbstständige Arbeiten durch meine Teilzeit-Berufstätigkeit eine große Bereicherung. Es war jedoch immer wieder ein schönes Gefühl, wenn ich mit der Abarbeitung mehrerer Mikromodule in einem straffen Zeitplan, dann schließlich fertig war und befreit ins Wochenende gehen konnte.
Schließlich kamen wir auf meine Master Thesis zu sprechen, in der ich das Spiel Pokémon Go in seiner Entwicklung mittels meines Logbuchs im Selbstversuch beobachtet habe. Der Plan ist, aus den Erfolgen und Fehlern der Entwickler des Spiels Schlüsse zu ziehen, die beispielsweise zur Gamification in anderen Branchen wie dem Journalismus dienen können. Meine Frage hierzu war, wie wissenschaftlich es ist, einen solchen Selbstversuch auszuwerten. Frau Goutrié versicherte mir, dass es durchaus möglich sei, aus dem Logbuch und den Selbstbeobachtungen heraus Hypothesen zu entwickeln, die es dann mit einer Online-Umfrage unter Spielern und Spielabbrechern zu verifizieren oder zu falsifizieren gilt. Zuvor würde ich dann einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu Gamification und Augmented Reality geben und die gesamte Untersuchung schließlich mit je einem Experteninterview zu den Themenbereichen abrunden. Zur Betreuung würde ich Frau Goutrié, wie ja bereits im zweiten Semester angefragt, als externe Zweitprüferin nehmen. Herrn Prof. Dr. Herzog aus der aktuellen Studiengangsbesetzung würde ich dann fragen, ob er als Erstprüfer meine Master Thesis betreuen würde. Diese Prüfer-Kombination befürwortete auch Frau Goutrié. Und es ist allein schon deshalb sinnvoll, Herrn Herzog zu fragen, weil er uns auch damals in M6 durch sehr nützliches und konstruktives Feedback schon sehr bei unserem wissenschaftlichen Artikel zur Ethik in Augmented Reality Games geholfen hat. Auch darin ging es um Pokémon Go und einige der Erkenntnisse daraus ließen sich sicherlich auch in die Master Thesis einbauen. So merke ich langsam, wie sich eines zum anderen fügt und ich viele Erkenntnisse – zum Teil auch aus den letzten Mikromodulen – in Citavi gespeichert habe, weil sie mir bei meiner Abschlussarbeit noch einmal von Nutzen sein könnten. Literatur sammle ich gerade schon zu den Themenkomplexen, allerdings vor allem online, da es in der Bibliothek wenig gibt. Frau Goutrié wies mich darauf hin, dass ich die vergleichende Paper-Besprechung als vorletzte Aufgabe im ePortfolio auch direkt in meine Master Thesis einfließen lassen könne. Allerdings sollte ich so früh wie möglich mit dem Proposal anfangen und es meinen künftigen Prüfern zukommen lassen. Jede investierte Stunde in das Proposal spare mir nachher unglaublich viel Arbeit bei der eigentlichen Thesis, riet mir Frau Goutrié. Denn bis das Proposal final stehe, in dem ich auch schon ein wenig die Literatur und die Methodik besprechen müsse, könne schon mal ein Monat vergehen. Somit sollte ich damit allerspätestens Anfang Januar beginnen, damit ich direkt mit Ende des fünften Semesters mit der Master Thesis durchstarten kann. Ich fragte außerdem noch nach Beispielen für solche Exposés. Diese sollten jedoch im Master-Kurs in Moodle zur Verfügung stehen. Zudem sollte ich auch regelmäßig meinen Prüfern Zwischenstände zukommen lassen, um abzuklären, ob ich mit meiner Forschung auf dem richtigen Weg bin. Unsicher bin ich mir auch, ob ich, wenn ich beispielsweise den Aufbau des Spiels Pokémon Go erkläre, zu allem Quellen habe muss, oder ob man als aktiver Spieler einfach erworbenes Wissen um das Spiel lancieren kann. Frau Goutrié bestätigte mir, dass ich das Spiel aus meiner Erfahrung heraus analysieren könne, nur für faktische Behauptungen wie „Das ist der einzige Weg durch das Spiel“ Belege liefern müsse. In der Einleitung könne ich aber schon darauf hinweisen, dass ich das Spiel aus der Selbstbeobachtung analysiere. Das Logbuch sollte natürlich an die Arbeit angehängt werden als Rohdatenquelle. Geplant ist, dass ich zur letzten Präsenzphase im Sommersemester 2018 zumindest die Thesis abgegeben habe, bestenfalls jedoch sogar schon die Verteidigung abhalten kann. Diese sollte jedoch spätestens bis Ende September 2018 erfolgt sein. Frau Goutrié sagte mir, dass sie nur zwei Wochen zum Studium der Thesis brauche. Bisher war ich von sechs bis acht Wochen ausgegangen, die zwischen Abgabe und Verteidigung ließen müssen. Ein spannendes letztes Studienkapitel beginnt.