Projekttagebuch – Game Design

# Donnerstag, 23. März 2017

Morgen soll es eigentlich starten und eigentlich hatte ich mich auch schon auf die Projektstartsitzung gefreut. Game Design. Das perfekte Projekte, das Studien-, Berufs- und Freizeitinteressen verbinden könnte. Nicht nur, weil ich meine Master Thesis über das Smartphone-Spiel Pokémon Go schreiben möchte und mir dazu weiteres, vielleicht auch wissenschaftliches Hintergrundwissen ganz bestimmt nicht schadet. Nein, auch bei der Zeitung könnte im Online-Bereich ein kleines Spiel mit Wiedererkennungswert ab und zu sicher noch mehr Besucher auf unsere Seite locken. Und wenn so ein Projekt nicht zuletzt auch Spaß macht – umso besser! Doch dann die kurzfristige Ernüchterung: Die Projektstartsitzung findet weder als Präsenzveranstaltung noch online statt, weil Björn ohne Laptop in den USA weilt. Damit ist die Startsitzung zunächst einmal verschoben.

# Montag, 3. April 2017

Heute hat die Projektstartsitzung stattgefunden. Leider wieder das altbekannte Problem bei Projekten mit Finnland: Da die Finnen in Vollzeit studieren, ist es für sie kein Problem, nachmittags im Online-Meeting anwesend zu sein. Für mich als Berufstätiger allerdings schon, und somit konnte ich an der Startsitzung leider nicht teilnehmen, weswegen ich gestern Abend zumindest noch schnell eine Matchmaking Card zusammengestellt habe, mittels derer ich einem Team zugelost wurde. Ich habe erfahren, dass ich mit Markus Augé, den ich von meinem ersten Projekt schon kenne, sowie mit der Russin Anna Topolova und der Finnin Oona Paavilainen in einem Team bin. Leider kann ich auch morgen nicht an Björns Sprechstunde teilnehmen.

# Mittwoch, 5. April 2017

Nach einem regen E-Mail-Austausch steht schon mal fest, dass wir uns als Team am Freitag per Skype treffen. Ich bin gespannt auf meine Team-Mitglieder.

# Freitag, 6. April 2017

Ich glaube, das Projekt wird richtig lustig! Mir war bislang gar nicht so bewusst, dass wir ein komplettes eigenes Computerspiel entwickeln sollen. Ich dachte, es geht mehr um das Design, also die Vorarbeit, bevor ein Computerspiel wirklich programmiert wird. Die ersten Online Lessons, die auf ecation.org als YouTube Videos zu finden sind, machen mir jedoch Mut, dass es gar nicht so kompliziert wird. Das Programm Construct 2 scheint fast schon selbsterklärend zu sein und setzt kaum großartige Programmierkenntnisse voraus. Zudem sind die Mädels in meinem Team offenbar selbst was das angeht ziemlich auf Zack. Nun sollen wir ein Vorstellungsvideo von unserem Team drehen und das bis Dienstag hochladen. Jeder hat maximal 30 Sekunden, in denen er oder sie erklären soll, welche beruflichen Fähigkeiten in das Projekt mitgebracht werden und wo Berührungspunkte zu Computerspielen bisher bestanden. Natürlich abgesehen von den persönlichen Daten. Außerdem erstelle ich noch schnell eine WhatsApp-Gruppe und einen gemeinsamen Google-Drive-Ordner.

# Sonntag, 8. April 2017

Introduction Flo

Das Wetter ist super und meinen Mitbewohner kann ich gewinnen, von mir ein Video vor der Geschäftsstelle unserer Zeitung zu drehen. Hierzu muss ich meine Moderationskenntnisse aus einem Bachelor-Seminar noch mal wieder abrufen. Aber ruckzuck ist der zweite Teil des Videos im Kasten, in dem ich erkläre, dass ich durch meine Arbeit bei der Zeitung ganz gute Kenntnisse im Storytelling habe, was uns hoffentlich beim Projekt behilflich sein wird. Den ersten Teil drehen wir nach einer Fahrradtour auf dem Museumshof, wo ich mich auf eine Glocke setze und erzähle wo ich herkomme und dass ich früher immer gerne Computerspiele gespielt habe. Mittels Adobe Premiere schneide ich die Teile zusammen und bin erstaunt, dass es noch so gut klappt. Das Programm habe ich seit einer Ewigkeit nicht mehr benutzt. Sogar eine Überblendung kriege ich leicht hin und lade das fertig exportierte Video in unseren Google-Drive-Ordner hoch, wo wir unsere Videos sammeln, damit Markus sie am Ende zusammenschneidet.

# Mittwoch, 12 April 2017

Die Videos sind hochgeladen. Ganz witzig, was die anderen Gruppen so produziert haben. Heute hatten wir unser zweites Skype Meeting und haben überlegt, welche Art von Spiel wir erstellen wollen. Dass es Jump ’n Run sein soll, eventuell mit ein paar Knobelaufgaben gemischt, darin waren wir uns schnell einig. Erste Ideen gingen in Richtung Zeitreise über mehrere Level. Bis Freitag soll nun jeder mindestens zwei weitere Ideen in ein Google-Drive-Dokument schreiben, um zu schauen, wohin die Reise geht. Allerdings frage ich mich immer noch, was letztlich von uns genau gefordert ist und wie der Zeitplan des Projekts aussieht. Dazu gab es von Björn im Forum auf meine Nachfrage bislang noch keine Antwort.

# Donnerstag, 13. April 2017

Heute Nacht habe ich, weil ich nachts irgendwie immer mehr Ideen bekomme als tagsüber, schon einmal das Dokument mit ein paar Einfällen befüllt – sowohl was die Idee der Zeitreise angeht als auch andere Ideen wie zum Beispiel ein Survival Spiel. Mal sehen, was die anderen sich noch einfallen lassen.

# Sonntag, 23. April 2017

Nachdem ich nun von einem Trip in den Schwarzwald in den Osterferien wieder zurück bin, hatte ich heute direkt das nächste Meeting mit meinen Teammitgliedern. In der Zwischenzeit hat jeder für eine der geposteten Ideen gevotet. Heraus kam, dass es bei der Zeitreisen-Idee bleibt. Da Markus gerade in Australien weilt, haben Oona, Anna und ich ein Brainstorming durchgeführt, wie wir die Story aufziehen können. Allerdings sind wir noch nicht zu einem endgültigen Ergebnis gekommen. Das soll dann bis Dienstagabend geschehen, damit es endlich in die Umsetzungs-Phase geht. Anna hat das letzte freitägliche Progress-Video als Nachweis unserer Arbeitsfortschritte gepostet. Das nächste werde ich zu Freitag dann übernehmen.

# Freitag, 28. April 2017

Nachdem wir uns am Dienstag in unserer Skype-Konferenz endlich für ein ungefähres Storyboard und die Art der grafischen Aufbereitung entschieden hatten, habe ich auf der Zugfahrt gestern ein Storyboard über zwei Seiten, unterteilt in zwei Level geschrieben, was ich dann auf Google-Drive hochgeladen habe, damit die anderen ebenfalls noch Änderungen daran vornehmen können. Das Storyboard kam bei den anderen gut an. Heute habe ich außerdem das wöchentliche Progress Video mit dem Microsoft Expression Encoder erstellt. Dieses Mal hat es mit dem Screencast super geklappt. Das Video ist online. Außerdem habe ich soeben mal einige Lessons auf Ecation.org nachgeholt. Björn sagte, wir sollten ungefähr vier pro Woche schaffen. Ich bin jetzt nach vier Wochen bei Lesson 17, insofern liege ich gut in der Zeit.

# Freitag, 12. Mai 2017

Wir haben einen Zeitplan für unsere Arbeit erstellt und die Aufgaben verteilt, weil wir das Spiel ja schon in zehn Tagen fertiggestellt haben müssen für die Präsentation der Finnen. Ich habe mich eben mal um die Sounds des Spiels gekümmert. Ich hatte schon damit gerechnet, dass es ziemlich schwer werden dürfte, geeignete und vor allem lizenzfreie Töne zu finden. Aber unter FreeSounds gab es bereits sämtliche Sounds, die wirklich gut geeignet für unser Spiel waren. Daraus habe ich für sämtliche Aktionen die besten Sounds herausgesucht und für die Mädels in Google Drive zur Verfügung gestellt. Oona und Anna kümmern sich um das Design und den Spielaufbau. Ich würde gerne noch mehr an dem Spiel mitprogrammieren, aber leider kann man es auf Google Drive nicht so teilen, dass jeder in der Datei arbeiten kann. Vermutlich würde das auch dazu führen, dass man sich gegenseitig „ins Handwerk pfuscht“.

# Montag, 22. Mai 2017

Die Mädels haben echt super Arbeit geleistet. Gut, das Spiel ist noch nicht so fertig, dass es der von mir entwickelten Story entspricht, aber die grundlegenden Features sind vorhanden und damit eine gute Basis gelegt, mit der sich weiterarbeiten lässt. Ich bin nur mal gespannt, ob die Mädels dazu jetzt noch Lust haben, wo doch für sie mit der heutigen Präsentation das Projekt eigentlich schon abgeschlossen ist. Markus ist mittlerweile auch von seinem Australien-Trip wieder da und würde gerne an dem Spiel weiterarbeiten. Gespannt bin ich, was die anderen Teams entwickelt haben.

# Donnerstag, 8. Juni 2017

Die Präsentationen waren echt interessant! Schon beeindruckend, was man mit Construct 2 alles umsetzen kann. Leider haben sich die Mädels in ihren Sommerurlaub verabschiedet, was man ihnen auch nicht verübeln kann. Also ist es jetzt an Markus und mir, das Spiel weiterzuentwickeln. Ich hatte Markus jetzt nach dem langen Pfingstwochenende kontaktiert und bin gespannt, ob er schon etwas umgesetzt hat. Falls nicht, würde ich mich nach dem kommenden Wochenende noch einmal intensiver mit dem Spiel auseinandersetzen, da wir am Samstag noch ein Online-Seminar haben und ich eventuell das Wissen aus diesem Seminar direkt auf unser Spiel anwenden kann.

# Sonntag, 11. Juni 2017

Das erste Seminar bei Patrick Rau hat uns noch einige Einblicke in die Spiele-Industrie gegeben und auch unsere Spiele wurden noch einmal unter die Lupe genommen. Viel neues Feedback zu unserem Spiel war leider nicht dabei. Dafür aber die Aussage Björns, dass er mit den jetzigen Spielständen zufrieden sei und es an uns liege, ob wir das Spiel noch weiterentwickeln wollen. Also habe ich noch ein paar Dinge geändert: den Titel des Spiels eingefügt, die Endgegner bekämpfbar gemacht und ein Gesundheits-System eingeführt – allerdings nur für das letzte Level. Denn plötzlich trat während der Entwicklung Ernüchterung ein: die Basis-Version von Construct 2 ist auf 100 Events beschränkt. Somit können wir das Spiel gar nicht mehr viel weiter ausfeilen. Ich musste sogar schon einige weniger wichtige Events löschen, um noch das Gesundheitssystem zu installieren. Aber jetzt läuft es. Markus will nun noch ein Intro mit der Story einfügen und dann sollte es für unser erstes Spiel genug sein. Nun kann ich schon mal mit der Projektdokumentation und der Präsentation beginnen.

# Freitag, 7. Juli 2017

Die Präsentation ist jetzt abgestimmt auf die Projektdokumentation, fertig. Über Google Drive haben Markus und ich noch einmal ein Feintuning an der Präsentation vorgenommen, bis alles stimmig war. Nicht vorhandene Schriftarten waren dabei noch das größte Problem. Leider haben wir gestern erst erfahren, dass die Kollaboration über das browserbasierte Programm Construct 3, viel einfacher und vor allem weniger beschränkt gewesen wäre, da für den Projektzeitraum eine Vollversion mit sämtlichen Events zur Verfügung gestanden hat. Das hätte man uns auch mal sagen können! An solchen Stellen hätte die Kommunikation zwischen denn einzelnen Teams viel besser laufen können. Insgesamt war es ein interessantes Projekt, bei dem ich gelernt habe, wie man mit einfachsten Mitteln ein spannendes Videospiel programmieren kann. Auch für den privaten wie auch beruflichen Bereich könnte ich mir vorstellen, dieses Wissen auszubauen und weiter zu nutzen, ob man nun ein Spiel als Geschenk für jemanden gestaltet oder unter dem Stichwort „Gamification“ in der Redaktion, um beispielsweise im „Medienprojekt Klasse“ den Schülern auf spielerische Weise zu vermitteln, wie man Zeitung macht.

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