Protokoll des Konsultationsgesprächs
Die Rahmenbedingungen fürs Studium stimmen schon, jetzt geht es darum, den Inhalt zu vertiefen. So lässt sich mein erstes Konsultationsgespräch mit Frau Goutrié in einer Kernaussage zusammenfassen.
In dem circa einstündigen Gespräch ging es zunächst um meine Lernmetapher – die Wissenscloud. Frau Goutrié wollte von mir wissen, was bereits darin enthalten sei und welche Inhalte mir persönlich noch fehlen. Ein wichtiger Punkt ist das Arbeiten in den Projekten. Da teamorientiertes Arbeiten in den meisten Jobs heutzutage immer wichtiger wird und daran auch eine Persönlichkeit reift, sind die Projektarbeiten auch für die eigene berufliche Entwicklung eine große Bereicherung. Nicht nur wegen des Arbeitens teilweise über Landesgrenzen hinweg wie beim jüngsten internationalen Projekt, sondern auch das Arbeiten generell mit Adobe Connect. Denn dabei muss man sich eben auf die Teammitglieder und ihre Tätigkeit verlassen können, auch wenn man sich nur alle paar Tage mal online hört und nur alle vier bis sechs Wochen in den Präsenzphasen sieht. Wichtig ist mir dabei auch, immer einen Beitrag mit Wiedererkennungswert zu leisten. In meiner Schulzeit war in den Projektarbeiten nichts schlimmer, als wenn zwei Leute die ganze Arbeit gemacht und die übrigen die Füße hochgelegt haben. Dies ist glücklicherweise heute in den Projekten nicht mehr so. Damit ich mir aber auch in keiner Hinsicht nachsagen lassen muss, keinen eigenen Beitrag zu leisten und ich dies ja auch von meinen Kollegen erwarte, versuche ich immer, eigene Ideen einzubringen. Natürlich ist es dabei schön, Anerkennung oder überhaupt eine Art von konstruktiver Kritik zu bekommen. Wichtiger ist es jedoch, die eigene Idee mithilfe der anderen im Team weiterzuentwickeln und mit deren Ideen zu einem runden Projekt abzustimmen.
Eine weitere Frage war, wie denn mein Wunsch-Projekt aussehe. Da bei uns in der Redaktion in wenigen Jahren der Posten des Redaktionsleiters frei wird und ich mir unsicher bin, ob ich die Stelle annehmen würde, sodenn man mich fragte, würde ich mir ein Projekt wünschen, indem ich Führungsqualitäten unter Beweis stellen müsste. Dies könnte als Projektleiter sein oder aber auch in einem journalistischen Projekt, in dem es darum ginge, als eine „fiktive“ Redaktion ein Produkt wie zum Beispiel eine Sonderbeilage oder Ähnliches herzustellen. Dies käme zwar meinem beruflichen Alltag sehr nah, würde mir jedoch die Möglichkeit bieten, das Ganze einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, die mir bei der Arbeit als angestellter Redakteur nicht geboten wird.
Frau Goutrié war aufgefallen, dass ich mit meinem Studium ein straffes Programm anstrebe, was auch gut so ist, weil es mich aus eigener Erfahrung zu mehr Selbstdisziplin anspornt. Auch die Rahmenbedingungen, was die Finanzierung des Studiums beispielsweise anbelangt, stimmten soweit. Nun möchte mich Frau Goutrié ermuntern, mich noch stärker mit dem Inhaltlichen auseinanderzusetzen. Rückbetrachtet ist das Meiste bislang super gelaufen. Besonders das erste Projekt „Wissenschaft trifft Social Media“ hat echt Spaß gemacht und auch was die Bewertung der Prüfungsleistungen angeht, möchte ich mich nicht beschweren. Das hatte ich so nicht erwartet und freut mich einerseits total, andererseits ist es auch ein Anreiz, dieses Niveau bis zum Ende des Studiums beizubehalten oder sogar noch anzuheben. Ich kann nicht einmal sagen, dass es ein bestimmtes Fach oder bestimmte Vorlesungen waren, die bis jetzt im Studium meinen Horizont erweitert haben. Es sind vor allem die kleinen Dingen, die mich aufhorchen ließen. So zum Beispiel, als Frau Wuschig uns aufklärte, dass es so etwas wie Objektivität nicht gibt oder auch Frau Goutrié, die uns beibrachte, dass Design mehr ist als nur „Schönmachen“. Gerade diese Kleinigkeiten ließen mich oftmals viel stärker über den Lernstoff noch einmal nachdenken als das „große Ganze“. Auch der Austausch mit meinen Mitstudierenden war oftmals bereichernd, da ich Tipps bekam, die ich im beruflichen Alltag anwenden kann – wo es lizenzfreie Bilddatenbanken gibt oder wie man eine Gruppe fotografiert, ohne dass jemand blinzelt zum Beispiel.
Berechtigte Kritik von Frau Goutrié gab es an meiner gewählten Literatur zum aktuellen Stand der Forschung. Hier müsse ich die Literatur schon gelesen habe und könne mich nicht nur auf die Empfehlungen verlassen, die nichts über die Seriosität aussagen und heutzutage oftmals manipuliert werden. Frau Goutrié gab mir jedoch einige nützliche Tipps mit auf den Weg, wie man eine seriöse wissenschaftliche Quelle erkennt. Zum einen sollte man schauen, ob der Autor aus der Branche kommt, zum anderen, ob es sich um einen wissenschaftlichen Verlag handelt, in dem das Werk erschienen ist. Auch auf die vom Autor angegebene Literatur sollte ich schauen und ob das Buch lektoriert wurde. Ich könnte auch im Citation Index nachschauen, wie oft das Buch von anderen zitiert wurde. Außerdem wäre es hilfreich mich an Kathrin Wild zu wenden, die in M6 die Validität von Bewertungssystemen erforscht hat, wobei herausgekommen ist, dass die meisten wenig seriös sind. Auch interessant sei es, zu schauen, ob die Titel in den Bibliotheken der Universitäten gelistet sind. Als nächstes werde ich mir also die gewählten Werke – möglichst aus der Hochschulbibliothek – besorgen und mich inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen, um beschreiben zu können, was mich daran inspiriert und mich mit Blick auf Studium und Beruf weiterbringt. Außerdem muss ich den Quellennachweis ordentlich (samt Verlag und Erscheinungsjahr) angeben.
Zudem brachte ich zum Ausdruck, dass in meiner Wissenscloud auch die Fotografie noch unbedingt zu vertiefen ist. Zwar habe ich im Beruf täglich damit zu tun, jedoch das Gefühl, viel mehr aus unseren Kameras herausholen zu können – gerade, wenn ich mir die Fotos anschaue, die beim Fotowettbewerb zur Coesfelder Kulturnacht eingereicht wurden, wobei ich mit vier anderen in der Jury saß. Denn nun zur Hälfte des Studiums ist es Zeit, die Wissenscloud zu konkretisieren.
Dies wird zu einem Großteil vermutlich über die Mikromodule laufen, die ich noch absolvieren muss. Auch hier fragte ich noch einmal nach, ob ich mein Australien-Fotobuch als persönliches Projekt mit dem einen oder anderen Mikromodul verknüpfen könne. Frau Goutrié erklärte, dass dies möglich sei, indem ich zum Beispiel im Mikromodul „Farbe digital“ das Farbkonzept des Fotobuches erläutere und mich mit den wissenschaftlichen Hintergründen auseinandersetze.
Auch die Frage nach der Übersicht der Note stellte ich, da ich im Notenspiegel der Hochschule nichts gefunden habe. Frau Goutrié sagte mir, ich könne für jedes Modul einen Kompetenznachweis bei Frau von Bonin bekommen. Dies wäre insbesondere zur Vorlage beim Arbeitsgeber interessant, damit unser Geschäftsführer nicht das Gefühl hat, tausende Euro in den Wind zu blasen, ohne dass dabei etwas herumkommt.
Hallo Florian,
gibt es denn schon eine Aktualisierung der 3 externen Quellen und der Wissenscloud? vor allem eine Visualisierung für letztere?
Hallo Frau Goutrié,
ich bin gerade dabei, den Blog optisch und strukturell neu aufzusetzen. Die Bücher als die drei externen Quellen habe ich zur Rezension bestellt. Um die Gestaltung der Wissenscloud würde ich mich dann auch demnächst kümmern. Ich finde die Idee der Einbindung und Modifizierung von Manuelas Processing-Sketch in mein ePortfolio ganz charmant. Ich hoffe, dass ich das mit Manuelas Hilfe so hinbekomme.
Beste Grüße
Florian