Ich muss gestehen, dass sich gerade eine gewisse Erleichterung in mir breitmacht. Und das aus folgendem Grund: Leider können die Module M3 und M5 im kommenden Wintersemester nicht angeboten werden. Und leider ist das kommende Semester das letzte, in dem mein Arbeitgeber meine Studiengebühren finanziert. Somit wäre ich im Sommersemester alleine auf den Kosten für besagte Module sitzengeblieben. Nun hatte Armgard von Bonin mir glücklicherweise eröffnet, dass man Module und sogar Projekte auch vorab bezahlen könne. Daher kann ich künftige Module und Projekte bereits jetzt auf die Rechnung setzen und muss im Umkehrschluss „nur“ noch meine Master-Thesis bezahlen, die auch noch mit rund 2500 Euro zu Buche schlägt. Die finanzielle Entlastung erleichtert mir somit einige Entscheidungen. Denn so muss ich nun das Studium nicht unnötig strecken, um die Kosten auf die Zukunft besser zu verteilen, obwohl ich von der Arbeitsbelastung her eigentlich die Zeit hätte, jedes Semester 15 Credits zu sammeln. Das ermöglicht mir somit, voll im Zeitplan zu bleiben. Da ich ein Projekt und 7 Mikromodule angerechnet bekommen habe und bereits 30 Credits gesammelt habe, nehme ich mir vor, im dritten Semester M6, ein Projekt und 5 Mikromodule (insgesamt 15 Credits) zu belegen, im vierten Semester M3, M5 und ein Projekt zu absolvieren (ebenfalls 15 Credits) und im fünften Semester müsste ich dann nur noch ein letztes Projekt und 8 Mikromodule (13 Credits) belegen. Zusammen mit der Anrechnung und diesem ePortfolio (5 Credits) käme ich dann nach Adam Riese auf 90 Credits. So könnte ich mich im sechsten Semester voll und ganz auf die Master-Thesis (30 Credits) konzentrieren und wäre im Sommer 2018 hoffentlich mit dem Master in der Tasche – und passend zu meinem 30. Geburtstag – endgültig mit meinem Studium fertig. Insgesamt macht mir das Studium immer noch sehr viel Spaß. Es ist zum einen der Punkt, immer noch etwas Neues dazuzulernen, zum anderen aber auch, gesammelte Erfahrung in Projekten einzusetzen. Dass ich zwei Tage pro Woche ausschließlich fürs Studium zur Verfügung habe, nimmt mir etwas Druck vom Kessel und sorgt andererseits aber auch für eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag – vor allem, weil ich über meine Zeiteinteilung frei verfügen kann.
Da in unserer Redaktion zum Zeitpunkt des geplanten Studienendes einige Redakteure in den Ruhestand gehen, werden Stellen frei. Allerdings wird in unserem Verlag zurzeit das Modell gefahren, ausscheidende Redakteure durch „Verlagsmitarbeiter“ oder „Media Producer“, wie sie auch genannt werden, zu ersetzen, die schlechter bezahlt werden als die tariflich vergüteten Redakteursposten. Ich muss gestehen, dass ich auch zu besagten Verlagsmitarbeitern gehöre. Allerdings habe ich durch die Aushandlung der Teilfinanzierung der Studiengebühren einen Bonus, der meine Gehaltsminderung wieder auffängt. Allerdings würde ich nicht einwilligen, meine zurzeit dreitätige Teilzeitbeschäftigung pro Woche einfach in eine nach ähnlichem Muster bezahlte Vollzeitstelle (Stichwort: ewiger Verlagsmitarbeiter) übergehen zu lassen. Denn dafür habe ich dann keine zusätzlichen drei Jahre studiert. Mit dem Master sollte sich zumindest ein anständig nach Tarif bezahlter Redakteursvertrag inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld aushandeln lassen. Ansonsten muss ich mir ernsthaft überlegen, mir einen anderen Arbeitgeber zu suchen. Vertraglich gebunden bin ich nach Ablauf Ende Juni 2018 nicht. Ich wäre nur gezwungen, die Studiengebühren zurückzuzahlen, wenn ich das Studium nicht erfolgreich abschließe. Davon will ich jedoch nicht ausgehen. Und eigentlich würde ich auch gerne bei unserem Verlag bleiben, da mir die Menschen und die Arbeit dort sehr ans Herz gewachsen ist. Es muss sich nur zeigen, wie die Aufstiegschancen dort sind. Außerdem könnte ich so in meiner Heimat bleiben. Denn Redakteursposten wachsen ja leider nicht auf den Bäumen um die Ecke.