# Donnerstag, 14. Juli 2016

Das Abenteuer kann beginnen. Als ich im September 2015 gehört hatte, dass ein Spiel namens Pokémon Go herauskommen wird, bei dem es möglich sein soll, die Monster virtuell in der echten Welt zu fangen, wusste ich: Das Spiel wird einschlagen wie eine Bombe. Der erste Trailer dazu tat sein Übriges. Dann war es lange ruhig um das große Spiele-Vorhaben. Immer wieder habe ich mal nachgeschaut, ob Nintendo etwas Neues dazu herausgebracht hat. Doch Neuigkeiten waren lange Zeit sehr rar. Als ich dann von meinem Bruder am 8. Juli erfuhr, dass das Spiel in Deutschland erhältlich ist, war ich gerade in Magdeburg und hatte keinen Zugriff aufs Internet, zumal das Spiel auch auf Umwegen aufs Handy hätte geladen werden müssen. Und das war mir nach ersten Berichten von Viren und Trojaner doch zu unsicher. Ich hatte schon so lange gewartet, da konnte ich mich auch noch die paar Tage gedulden, bis das Spiel im Play Store erhältlich sein würde. Bei meinem Bruder konnte ich mir dann jedoch schon mal anschauen, wie das Spiel aufgebaut war und dem offiziellen Start so noch etwas entgegenfiebern – genauso wie durch die kuriosen Berichte zum Spiel aus aller Welt. Doch heute Nacht sehe ich durch Zufall beim Checken des Play Stores, dass Pokémon Go nun in Deutschland gestartet ist. Natürlich lade ich mir direkt die App herunter, obwohl ansonsten die einzige Spiele-App, die ich auf meinem Smartphone mehr oder weniger oft nutze, Quiz-Duell ist. Denn im Prinzip wird für mich wie für viele andere ein Kindheitstraum wahr: als Pokémon-Trainer durch die Welt zu reisen.

Rückblick: Schon als Kind habe ich mich in den Jahren von 2000 bis 2003 durch die Gameboy-Spiele gesuchtet. Mehrfach habe ich Pokémon Rot, Blau und Gelb durchgespielt. Dann die dort gefangenen Pokémon auf die Spiele Gold, Silber und Kristall übertragen, die es sogar schon für den Gameboy Color gab. Und schließlich habe ich auch Pokémon Rubin und Saphir auf dem Gameboy Advance gespielt. Irgendwann hatte ich dann wegen der Schule und der Arbeit keine Zeit mehr für die Spiele, obwohl sie nichts an ihrem Reiz verloren hatten.

Nun stehe ich also wieder vor der allerwichtigsten Wahl: Glumanda, Schiggy oder Bisasam als Starter-Pokémon? Wie beim allerersten Spiel mit zwölf Jahren auf der Blauen Edition entscheide ich mich für das Wasser-Pokémon Schiggy. Der Augmented-Reality-Modus funktioniert und Schiggy springt auf meinem Bett herum. Eigentlich hatte ich mir das ein wenig spektakulärer und in freier Wildbahn vorgestellt. Aber nun ja: So sei es nun. Nachdem ich mit meinem Schiggy gestartet bin, taucht auch ziemlich schnell ein Mauzi vor meinem Schreibtisch auf: Auch direkt eingefangen. Am Morgen nach dem Aufstehen kurz vor der Fahrt zur Arbeit noch mal die App gestartet und plötzlich steht ein Pinsir bei uns im Wohnzimmer – ein eigentlich sehr starkes und seltenes Käfer-Pokémon. Auch das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt: Pokémon in der eigenen Bude zu fangen, ist irgendwie unlogisch. Und eigentlich sollte das Spiel doch so konzipiert sein, dass man die Pokémon draußen fängt. Als ich abends von der Arbeit komme, sehe ich wie eine Kollegin mit ihren kleinen Geschwistern und ihrem Vater (!) durch die Nachbarschaft schleicht – auf der Suche nach dem Pinsir. Obwohl ich es schon gefangen habe, ist es ja nicht weg, sondern steht anderen Trainern auch von Zeit zu Zeit zur Verfügung. Am Abend mache ich noch einen Spaziergang zu den Poké-Stops bei uns in der Nähe: das Glockenmuseum und ein historisches Maschinenteil auf dem Museumshof. Auch dort entdecke ich gegen 22.30 Uhr noch ein Mädel, das offenbar auch noch Items an den Poké-Stops abgreifen will. Das Spiel ist anscheinend bei vielen längst angekommen. Schade nur, dass man Pokémon nicht durch Training wie in den Gameboy-Spielen stärker machen kann, sondern nur durch Bonbons und Sternenstaub.

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