Das Studienziel im Blick – eine Reflexion

Fast Halbzeit im fünften Semester. Nur noch vier Mikromodule (davon bei zweien nur noch die Abschlussaufgaben) und ein Projekt vor der Brust und dann heißt es: ran an die Master Thesis!
Schaut man sich die überarbeitete Wissenscloud an, sieht man, dass ich ein paar Änderungen bei den Mikromodulen vornehmen musste, weil mir bewusst geworden ist, dass hier wirklich die Möglichkeit besteht, sich nach den eigenen Neigungen und beruflichen Anforderungen zu spezialisieren. Diese Chance wollte ich wohl bedacht nutzen. Da ich jeweils zwei Projekte im Interaction Design und im Journalismus belegt habe, aber nur eines im Management, möchte ich dies durch mehr Mikromodule in diesem Bereich wieder ausgleichen. Außerdem habe ich festgestellt, dass Management der Bereich ist, in dem ich für künftige berufliche Herausforderungen noch am meisten aufholen muss. Somit habe ich das Modul Videojournalismus gegen das Modul Customer Care Management getauscht. Ich habe festgestellt, dass die Inhalte des Videojournalismus mir bereits im Bachelor-Studium im Modul AV-Schnitt und Einbindung vermittelt wurden. Customer Care Management mit Blick auf Leser und Kunden einer Tageszeitung bietet mir da eher die Möglichkeit, mir neues Wissen anzueignen. Das Mikromodul Exposé, Treatment und Drehbuch habe ich mir zwar angeschaut, jedoch für meine berufliche Zukunft für weniger sinnvoll erachtet. Stattdessen habe ich Medientheorie 1 belegt – auch vor dem Hintergrund, dass dies, wenn es am Ende auf dem Zeugnis steht, den Eindruck vermittelt, mit den medientheoretischen Grundlagen vertraut zu sein. Statt dem Modul eCommerce habe ich ich mich für Channel Management entschieden, da ich glaube, dass es immer wichtiger wird, verschiedene Kanäle sinnvoll miteinander zu vernetzen, wie dies auch gerade in unserer Redaktion versucht wird. So erhoffe ich mir, noch einiges an Input zu bekommen, was ich dann im Redaktionsalltag anwenden kann.

Ich glaube, mit dem Wissen aus allen Bereichen bin ich dann gut gewappnet für die künftigen Herausforderungen. Einiges, was ich im Studium vermittelt bekommen habe, zum Beispiel zu den Themen Bildbearbeitung, Social Media Marketing oder auch Storytelling, war mir zwar nicht neu, bot mir aber die Möglichkeit, Wissen anzuwenden und zu vertiefen. Völlig neue Kompetenzen habe ich dagegen vor allem in den Projekten Game Design und Generatives Gestalten gesammelt. Auch wenn mir noch ein wenig die Idee fehlt, dieses Wissen im Berufsalltag anzuwenden, so hat es doch mein Verständnis fürs Programmieren geändert und meinen Horizont erweitert. Gleiches gilt auch für Entrepreneurship oder Kreativitätstechniken. Hier sind jedoch Ansätze für eine Umsetzung im beruflichen Bereich durchaus vorhanden.

Mittlerweile habe ich auch das Signal bekommen, dass ich bei der Allgemeinen Zeitung in Coesfeld bleiben kann und ab Oktober 2018 mit einer vollen Redakteursstelle durchstarten kann. Das freut mich, da Vollzeitstellen im Journalismus rar gesät sind und es für mich auch keine Option ist, bei den großen Verlagen in Hamburg & Co. anzuheuern. Denn zum einen ist man dort zunächst ganz am Ende der Nahrungskette und muss sich zumeist mit Ellenbogen ein Standing verschaffen und zum anderen säße man dort hauptsächlich in der Redaktion. Zwar würden Häuser wie der Spiegel natürlich auch Möglichkeiten eröffnen, für eine Reportage auch längere Zeit zu reisen und zu recherchieren. Aber die meiste Zeit würde sich die Recherche, wie ich von einem Spiegelkorrespondenten im Volontärs-Seminar erfahren habe, auf Arbeit in der Redaktion beschränken. Ich brauche hingegen aber den Wechsel. Natürlich macht es mir nichts aus, auch mal einen ganzen Tag in der Redaktion zu verbringen. Aber drei, vier Mal pro Woche möchte ich auch auf Termine gehen und Menschengeschichten tagesaktuell produzieren. Denn nur dann hat man am Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis, was man geleistet hat. Zum anderen möchte ich auch meinen Freundeskreis und meine Familie, die fast alle hier im Münsterland leben, nicht aufgeben, um mir irgendwo etwas komplett Neues aufzubauen – zumindest vorerst nicht. Daher kommt mir die unbefristete Stelle sehr gelegen – und das tariflich bezahlt. Darauf habe ich auch bestanden, da ich nicht dafür studiert habe, um am Ende schlechter bezahlt zu werden als die Kollegen. Nun ist auch raus, dass unser stellvertretender Redaktionsleiter am kommenden Jahr Oktober auf die erste Position vorrückt, da der hauptamtliche Redaktionsleiter in die Altersteilzeit geht. Wer die Nachfolge auf dem Stellvertreterposten antritt, wird allerdings erst kommendes Jahr geklärt. Würde man mich fragen, würde ich nicht nein sagen, da ich auf dieser Position zunächst einmal eine Menge lernen könnte und nicht sofort ins kalte Wasser geworfen werden würde. Allerdings würde ich auch in diesem Fall auf einer Gehaltsanpassung bestehen.

Bis dahin habe ich jetzt also noch die Master Thesis vor der Brust. Von meinem ursprünglichen Plan, am Beispiel von Pokémon Go die Auswirkungen von Augmented Reality Games auf die Öffentlichkeit und wirtschaftliche Wertschöpfung aufzuzeigen, muss ich etwas abrücken, da der Hype mittlerweile vorbei ist. Ich habe das Spiel und seine Entwicklung jedoch die ganze Zeit mit begleitet und dies in einem Logbuch festgehalten. Damit diese Arbeit nicht umsonst war, bin ich zu einem anderen Schluss gekommen. Ich würde gerne das Spiel und seine Entwicklung, bei der die Produzenten viel richtig, aber auch eine Menge falsch gemacht haben, gerne als Beispiel für Gamification nehmen und hier auch die Auswirkungen auf und mögliche crossmediale Geschäftsmodelle für andere Branchen wie den Journalismus aufzeigen. Inspiriert hat mich dabei das Fachbuch über Gamification, das ich in der Buchbesprechung rezensiert habe. Ich könnte mir vorstellen, das Logbuch inhaltlich auf das Spieleerlebnis und -empfinden auszuwerten, daraus einen Fragenkatalog zu entwickelt und hiermit eine Untersuchung zu starten. Somit könne ich feststellen, ob meinem subjektiven Empfinden Allgemeingültigkeit zugesprochen werden kann. Mit den Ergebnissen und eventuell auch zwei Experteninterviews zu den Themen Gamification und Augmented Reality könnte ich dann eine Strategie oder ein Geschäftsmodell entwickeln, wie man es besser machen könnte, um damit für andere Branchen eine konkrete Handlungsempfehlung zu erarbeiten. Darum werde ich mich dann spätestens ab Februar kümmern. Bis Jahresende müssen jetzt aber erst einmal das ePortfolio und die Mikromodule fertiggestellt werden.

 

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